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"Suche nach Menschen, die potenziell besser sind!" von Mag. (FH) Christina Mayer-Lamberg

Talente fördern und Frauen sichtbarer machen, das sind zwei Prinzipien von
Mag. Maria Schlagnitweit, Partnerin bei LeitnerLeitner in Linz.
Im VKB-Kundenmagazin "für mich" erzählt die Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin über Vorsorge und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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Mag. Maria Schlagnitweit im Gespräch mit ihrem Kollegen Mag. Lothar Egger, Steuerberater und Partner bei LeitnerLeitner.
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Als generalistische Beraterin begleitet Mag. Maria Schlagnitweit Familienunternehmen mit internationaler Ausrichtung.
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Mag. Maria Schlagnitweit mit ihren Mitarbeitern Irene Hutterer und Christoph Kneidinger.

für mich: Sie sind seit 1996 bei LeitnerLeitner in Linz tätig und seit 2004 Partnerin. Für welche Aufgabenbereiche sind Sie konkret verantwortlich?

Schlagnitweit: Ich bin mit Leib und Seele generalistische Beraterin. Mein Schwerpunkt liegt auf Familienunternehmen mit internationaler Ausrichtung. Ich betreibe ganzheitlich Unternehmenssteuerrecht, das ist meine Stärke und Leidenschaft. Ein starker Fokus liegt auf Stiftungen.

War es schon immer Ihr Wunsch, in diesem Berufsfeld tätig zu sein? Gab es berufliche Alternativpläne?

Zu Studienbeginn hatte ich keine Ahnung, dass es diesen Beruf gibt. Meine Lieblingsfächer in der Schule, Rechnungswesen und Staatsbürgerschaftskunde, haben mich dazu bewegt, Handelswissenschaften zu studieren, auch, um diese Fächer mit Sprachen zu kombinieren. Eigentlich wollte ich Handelsdelegierte werden und kurz davor wollte ich noch Geografie und Turnen studieren. Ich habe mein Studium dann sehr juristisch ausgerichtet und hatte das Riesenglück, bei namhaften Leuten zu studieren. Das ist sehr motivierend. Die Berufswahl ist durch Zufall entstanden. Mein Diplomarbeitsbetreuer hat zu mir gesagt: „Wenn Sie etwas lernen wollen, gehen Sie zu LeitnerLeitner!“ So bin ich hier gelandet.

Gab es Wegbegleiter, Mentoren, die Sie unterstützt haben? Wie wichtig ist das Ihrer Meinung nach?

Ich habe nie organisiertes Mentoring kennengelernt. Aber ich bin zutiefst überzeugt, für Fügungen und Entwicklungen im Leben sind immer Menschen aus dem Umfeld wichtig. Bei mir waren das sehr viele Menschen, die ich bewundert habe und toll fand, und die mich auf Ideen gebracht haben. Es war schon richtig, was der Professor zu mir gesagt hat. Bei LeitnerLeitner bin ich auf lauter tüchtige Menschen gestoßen, von denen ich viel gelernt habe. Ich fühle mich hier bis heute superwohl.

Sehen Sie sich selber auch als Wegbegleiterin?

Absolut, das ist ganz klar! Speziell für junge Menschen, die in den Berufsalltag einsteigen, da ist man entscheidender Weichensteller. Es gibt so ein Prinzip: Suche nach Menschen, die potenziell besser sind als du selber. Ich glaube, für eine Führungskraft ist es das Schlechteste, sich mit Leuten zu umgeben, die einem nicht gefährlich werden können. Es ist immer gut, wenn du Mitarbeiter hast – und dann macht es auch richtig Spaß –, die das Potenzial haben, wesentlich besser zu sein als du selbst. Wenn man das als Maßstab mit sich trägt, dann hat man immer talentierte Leute, weil man ihnen mehr zutraut, als sie schon können. Damit fördert man sie automatisch.

Sie sind in Linz die einzige weibliche Partnerin bei LeitnerLeitner. Ist dieser Weg schwieriger für Frauen?

Faktum ist, dass unsere Branche frauendominiert ist. Frauen sind strukturiert, können gut mit Zahlen umgehen und rechtliche Dinge gut ableiten. Und wir sind eine Dienstleistungsbranche, Frauen haben ja oft ein Dienstleistungsgen, auch ich habe es. Aber: Es ist definitiv schwieriger für Frauen.

In den Führungspositionen dominieren die Männer?

Wir haben viele Frauen in Führungspositionen. Unsere Auslandsbüros sind von Frauen geführt. Da sieht man auch gleich den Kulturunterschied. In unseren Nachbarländern wie Ungarn und Slowenien ist es viel selbstverständlicher, dass Frauen voll und durchgehend im Berufsleben stehen. Es ist teilweise eine Ideologie- und Kulturfrage.

Was raten Sie jungen Frauen, die Karriere machen wollen, ohne auf Familie zu verzichten? Wie haben Sie das gelöst?

Meine Zwillinge sind jetzt acht. Die sind aus dem Gröbsten heraußen. Ganz klar, es ist definitiv einfacher, sich voll im Job zu engagieren, ohne Kinder. Ich habe 14 Jahre nur Job gehabt. Man kann ganz ungestört Erfahrungen sammeln. Einerseits ist es eine Riesenherausforderung und andererseits das Normalste auf der Welt, eine Familie zu haben. Jungen Frauen, die im Beruf stehen oder Karriere machen wollen, möchte ich sagen, es geht beides und es ist vieles möglich, man muss nur willig sein, Lösungen zu finden. Wichtig ist es, einen Plan zu haben, die Rahmenbedingungen zu kennen und entsprechende Maßnahmen zu setzen. Nicht nur zielgerichtet auf das Kind, sondern auch auf den Job. Man muss sich fragen: „Wie wollen wir es haben und wie machen wir es?“ Egal, was die Nachbarn sagen, und egal, wie die Nachbarn es machen. Ich schau mir nur das ab, was mir hilft, und nicht das, was mich behindert.

Den „Ladies Business Lunch“ gibt es seit 2015 als Austauschplattform für Entscheidungsträgerinnen bei LeitnerLeitner. Warum haben Sie diesen ins Leben gerufen?

Ich habe eine Leidenschaft dafür, dass Frauen sichtbar werden, die beruflich engagiert sind. Fragen Sie einmal jemanden, wie viele Frauen in Führungspositionen er aufzählen kann. Männer fallen einem sofort eine Reihe ein. Deshalb ist es einfach wichtig, Frauen sichtbarer zu machen. Verschiedene Aspekte haben zur Gründung dieser Initiative geführt. Frauen wollen effizient sein, einen fachlichen Input und eine Community haben, und sie haben nicht unbedingt für einen Abendtermin Zeit. Darum ist es ideal, die Mittagspause zu nutzen, sich zu stärken und einen fachlichen Input zu bekommen. Die Krönung ist, wenn eine Frau kommt, die ihren Werdegang erzählt und die Mut macht. Für mich ist das eine Motivationsgeschichte. Ich habe dadurch schon so viele tolle Frauen kennengelernt, die ich vorher nicht gesehen hätte. Seither bin ich wachsamer, mir fällt immer wieder auf: Wow, da gibt es tolle Frauen, warum sieht man die nicht?

Ende November wird von der VKB-Bank wieder eine „Managerin des Jahres“ ausgezeichnet. Wie sehen Sie solche Preise explizit für Frauen?

Das ist eine super Initiative, das ist wichtig! Ein Beispiel: Meiner Tochter hat an der Kinderzauberflöte in Salzburg am besten gefallen, dass eine Frau am Dirigentenpult stand. Frauen brauchen das, dass sie andere Frauen sehen. Sie brauchen diese Vorbilder, damit sie sich vorstellen können, selbst in so eine Rolle zu kommen. Männer haben diese Vorbilder automatisch über Generationen gesehen. Es ist ganz wichtig, dass man Frauen vor den Vorhang holt. Das ist eine Perlenkette, die die VKB-Bank produziert, mit den Damen. Das sind Frauen, die haben Kinder, die kommen aus unterschiedlichen Berufen. Es ist gut, dass es solche Auszeichnungen gibt. Als eine Weiterentwicklung würden mir auch Mixed Teams gut gefallen, um aufzuzeigen, dass Frauen und Männer gemeinsam in der Führung etwas weiterbringen können.

Die Förderung von Frauen kann auch als Vorsorge betrachtet werden. Für Unternehmen ist dieses Thema ebenfalls ein großer Schwerpunkt. Was raten Sie Klienten speziell hinsichtlich Unternehmensnachfolge?

Mein Anspruch als Beraterin ist es, die Dinge proaktiv anzugehen. Ich habe Mandanten, die ich bereits über 20 Jahre begleite. Dabei geht es auch um Weichenstellungen hinsichtlich Stellvertreterregelungen und Unternehmensnachfolge. Mit der Abgabe des Steuers beschäftigt sich keiner gerne. Bezüglich Nachfolgeregelung rate ich, diese offener zu denken. Man kann nicht automatisch davon ausgehen, dass die Kinder das Geschäft übernehmen. Es geht viel um strategische Unternehmensführung, die bereits impliziert, dass man Dinge abgibt und Stellvertreter sucht. Damit ist das Unternehmen gut gerüstet.

Wie sieht Ihre private Vorsorge aus?

Natürlich gibt es ein Standardprogramm, wie monatlich etwas zur Seite legen, Testament, Vorsorgevollmacht und nicht vom Geld der Zukunft leben. Aber intakte und stabile Beziehungen, das ist eine ganz wichtige Vorsorge.