Alter spielt keine Rolle Elisabeth Rehberger pers├Ânlich

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Alter spielt keine Rolle

Elisabeth Rehberger ist Leiterin des Privatkundenteams Urfahr-Rohrbach der VKB-Bank. Die 26-j├Ąhrige M├╝hlviertlerin, die seit f├╝nf Jahren als F├╝hrungskraft t├Ątig ist, verr├Ąt im Interview, wie sie diese Verantwortung wahrnimmt, was sie an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerne weitergeben m├Âchte und warum Weiterbildung so wichtig ist.

Frau Rehberger, Sie sind mit nur 21 Jahren in eine F├╝hrungsposition gekommen. Wie entstand dieser Wunsch?

Mein privates Umfeld war wenig ├╝berrascht, dass ich so rasch Verantwortung ├╝bernehme und mir das auch in so jungen Jahren zugetraut wird. Pers├Ânlich hatte ich das in der Geschwindigkeit nicht geplant. Eine Position einzunehmen, aus der heraus ich mit Demut vor der Sache, Wertsch├Ątzung und Respekt gegen├╝ber dem Umfeld jenen Einfluss nehme, der mich erm├Ąchtigt, Menschen mit ehrlichem Interesse in ihrer Entwicklung zu begleiten, stellt f├╝r mich von Kindesbeinen an ein Lebensziel dar. Als F├╝hrungskr├Ąfte entscheiden wir jeden Tag, wie wir mit der uns ├╝bertragenen Verantwortung umgehen, sie einsetzen und was wir damit bewirken. Aus meiner Sicht ist das eine von vielen Beschreibungen von F├╝hrungsarbeit ÔÇô f├╝r mich eine, die mich in meinem Handeln best├Ąrkt und inspiriert.


Sind Sie gerne in einer F├╝hrungsposition?

Ja, um ehrlich zu sein, finde ich es gro├čartig! Die Kernaufgabe einer F├╝hrungskraft ist es, ein Team zu formen, das st├Ąrkenorientiert aufgestellt imstande ist, Bestleistungen zu erbringen. Wir sind gefordert, den Rahmen f├╝r Entfaltung zu schaffen, Richtung und Struktur aufzuzeigen, Sinn zu vermitteln und Perspektiven zu geben. Es begeistert mich, Menschen zu f├╝hren ÔÇô zu begleiten, wenn jemand seinen n├Ąchsten Schritt macht, sich die Erfolge einstellen und H├╝rden ├╝berwunden werden.

Alter spielt keine Rolle - Elisabeth Rehberger

Spielt das Alter einer F├╝hrungskraft eine Rolle?

Wenn man mit 21 Jahren als Frau F├╝hrungskraft wird, ist das schon eine Riesensache. Mir war das zu diesem Zeitpunkt gar nicht so bewusst. Ich wusste ja nicht, wie es w├Ąre, w├╝rde ich 20 Jahre ├Ąlter sein. Ich bin aber ├╝berzeugt, dass das Alter per se nicht ├╝ber Erfolg oder Misserfolg als F├╝hrungskraft entscheidet. Vielleicht fehlt vielen in jungen Jahren noch der Mut, fehlen das Selbstvertrauen, die Wertsch├Ątzung oder das Zutrauen des Umfelds ÔÇô das kann ich so nicht beurteilen. F├╝r mich stellt es sich so dar: Es gibt hunderte Jobs ÔÇô in wenigen wirst du erfolgreich sein, f├╝r manche wirst du brennen und die meisten w├╝rden vermutlich auf Dauer nichts sein. Als F├╝hrungskraft braucht es bestimmte F├Ąhigkeiten und St├Ąrken, die dich die Aufgaben gut meistern lassen.
 

Hatten Sie je das Gef├╝hl, es als Frau schwerer zu haben?

Wenn ich auf die vergangenen Jahre zur├╝ckschaue, dann glaube ich, dass es f├╝r mich ein Vorteil war, so jung als weibliche F├╝hrungskraft durchzustarten. Ein Vorteil, weil ich es immer auf mein Alter zur├╝ckgef├╝hrt habe und nie auf mein Geschlecht, wenn ich auf Skepsis gesto├čen bin. Damit habe ich gut umzugehen gelernt ÔÇô oft nach dem Motto: Ist doch sch├Ân, wenn du ├╝berraschen kannst. Dein Mut l├Ąsst dich dem Druck standhalten.
 

Was ist Ihnen in der F├╝hrung Ihres Teams wichtig?

Gegenseitiger Respekt und Wertsch├Ątzung ÔÇô zwei Werte, die mir im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen besonders wichtig sind, unabh├Ąngig von Alter, Geschlecht oder davon, wie lange sie schon in der VKB-Bank besch├Ąftigt sind. Ich bin ├╝berzeugt, dass jeder Mensch st├Ąrkenorientiert arbeiten sollte und es nachhaltig nicht zum Erfolg f├╝hren kann, aus Schw├Ąchen Kernkompetenzen bauen zu wollen. Eine meiner wichtigsten Aufgaben als F├╝hrungskraft ist die Aus- und Weiterbildung meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Neben den Perspektiven, die aufzeigt werden, den Schulungs- und Ausbildungsprogrammen, die durchlaufen werden, geht es vor allem darum, sie zu ermutigen. Zu ermutigen, aus der Komfortzone zu treten, ihnen das Vertrauen und Zutrauen ausdr├╝cken, dass sie bereit sind, den n├Ąchsten Schritt zu gehen. Nach einem Fehler wieder aufzustehen, nach einem R├╝ckschlag weiterzumachen und dabei den Mut und das Selbstvertrauen nicht zu verlieren.

Mein Anspruch ist es, die Grenze der Karrierem├Âglichkeiten meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewusst offen zu lassen. Jeder und jede von uns hat St├Ąrken und Leidenschaften, f├╝r die wir brennen, denen sollten wir nachgehen k├Ânnen. Ich habe diese Chance bekommen, daher m├Âchte ich sie auch meinem Team geben.

Wo orten Sie schwierige Seiten des F├╝hrungsjobs?

Es w├Ąre gelogen zu sagen, dass es nicht auch sehr, sehr schwierige Situationen gibt. Entscheidungen zu treffen und dazu zu stehen, ist die gr├Â├čtm├Âgliche Form von Verantwortungs├╝bernahme. Die Macht, die wir aus├╝ben, wenn wir Entscheidungen treffen, muss uns bewusst sein. Organisationen wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen F├╝hrungskr├Ąfte, die Entscheidungen treffen. Eine schlechte Entscheidung ist langfristig gesehen oftmals besser, als keine zu treffen. Verantwortung zu ├╝bernehmen hei├čt, zu eigenen Erfolgen ebenso wie zu den Fehlern zu stehen. Fundierte ├ťberlegungen und Argumente begleiten uns im Prozess ebenso wie der Mut, die L├╝cke zur Garantie zuzulassen. Wohlwissend und ├╝berzeugt, dass das so ist, ist das in der Praxis immer wieder eine riesige Herausforderung.
 

Sie selbst absolvieren nebenbei das MBA-Studium ÔÇ×Management und Leadership f├╝r FrauenÔÇť. Was war f├╝r Sie entscheidend, sich f├╝r diesen Lehrgang zu entscheiden?

Es gibt zahlreiche Studien dar├╝ber, dass Frauen andere Motive haben, eine F├╝hrungsrolle zu ├╝bernehmen, als dies bei M├Ąnnern der Fall ist. Auch ist es erwiesen, dass weibliche F├╝hrungskr├Ąfte oft f├╝r andere Eigenschaften und Qualit├Ąten gesch├Ątzt werden als die m├Ąnnlichen Kollegen. Die VKB-Bank legt gro├čen Wert auf die F├Ârderung weiblicher Potenziale ÔÇô wir sind beispielsweise seit Jahren Mitinitiatoren des Cross-Mentoring-Programms. Noch ist es so, dass auch bei uns in der VKB-Bank ├╝berwiegend M├Ąnner F├╝hrungspositionen bekleiden. Mich also im Rahmen meines Studiums mit ausschlie├člich weiblichen F├╝hrungskr├Ąften auszutauschen, die aus den unterschiedlichen Fachbereichen kommen, stellt f├╝r mich einen absolut gewinnbringenden Ausgleich dar.

Ich habe im November 2020 das MBA-Studium ÔÇ×Management und Leadership f├╝r FrauenÔÇť begonnen, der Universit├Ątslehrgang wird in Kooperation der JKU Linz mit der VHS Linz angeboten. Seit 2010 profitieren weibliche F├╝hrungskr├Ąfte von der viersemestrigen Ausbildung, die berufsbegleitend absolviert wird.
 

Welchen Karrieretipp m├Âchten Sie verraten?

Aus meiner Sicht ist die Basis f├╝r eine erfolgreiche Karriere, einen Bereich, eine Position oder eine T├Ątigkeit zu finden, die einen begeistert. So wei├č man stets, wof├╝r man die Herausforderungen meistert. Mir war und ist es immer wichtig, mich auf meine Aufgaben wirklich einzulassen, mit ehrlichem Engagement und Spa├č an der Sache an die jeweiligen Herausforderungen heranzugehen. Darauf achte ich auch bei meinem Team. In meiner Laufbahn habe ich oft Menschen beobachtet, die meinen, sie w├╝rden auf dem Weg nach ÔÇ×obenÔÇť bestimmte Positionen kurzfristig einnehmen. Wenn du es nicht wirklich gerne machst, wirst du es auch nicht besonders gut machen. Am Ende ist das aber die wichtigste Erfolgszutat auf dem Karriereweg. Also allen, die dabei sind, einen pers├Ânlichen Masterplan f├╝r die eigene Karriere zu machen, m├Âchte ich den Rat geben: Legt den Fokus auf die n├Ąchste Stunde, seid neugierig, offen, zielstrebig und macht, was ihr macht, mit Begeisterung. Karriere machen hei├čt nicht, ungeduldig Ziele zu planen, sondern mit den eigenen F├Ąhigkeiten, Qualit├Ąten und Taten den Pfad zu gestalten.