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Marktausblick 2019 von Mag. Andreas Brunbauer, CEFA, CFTe, CPM

Marktausblick

Wir gehen davon aus, dass sich die weltwirtschaftliche Expansion 2019 fortsetzen wird, wenn auch langsamer als 2017 und 2018, da sich das Wachstum in den USA, China und Europa abschwächen wird. Die Risiken sind nach unten gerichtet, da sich die Weltwirtschaft einer Reihe von Herausforderungen gegenüber sieht, die sich im Jahr 2018 aufgebaut haben. Im Rahmen unseres mittelfristigen Ausblicks gehen wir davon aus, dass die chinesische Wirtschaft allmählich langsamer wachsen wird. Für 2019 erwarten wir eine Zunahme des realen BIPs um 6,0%, nach 6,5% im Jahr 2018. Allerdings sollte die chinesische Wirtschaftspolitik eine deutlichere Abschwächung verhindern können, womit Befürchtungen einer harten Landung übertrieben erscheinen. Umgekehrt bergen die indirekten Auswirkungen der US Handelspolitik Abwärtsrisiken. Es bleibt unklar, ob die USA und China ihre Handelsstreitigkeiten während der am 1. Dezember 2018 ausgehandelten 90-Tage-Frist beilegen können, ob die USA auf die Einführung weiterer Zölle auf Autoeinfuhren verzichten werden und ob die Demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus den neuen NAFTA-Vertrag verabschieden wird. Während die direkten Auswirkungen der US Zollpolitik insgesamt nicht allzu stark ins Gewicht fallen, könnte die Stimmung der Unternehmen und damit die Investitionstätigkeit allmählich belastet werden.

Der Industriesektor macht meist weniger als ein Fünftel der Wirtschaftsleistung in entwickelten Volkswirtschaften aus, ist aber bedeutend für die Entwicklung der Aktienmärkte, insbesondere in Europa. Die globale Industriekonjunktur hat sich im Laufe des Jahres 2018 abgekühlt. Während einigen Faktoren nur temporär belastet haben, ist eine nachhaltige Belebung der Industriekonjunktur nicht gewährleistet. Dies würde keine Verlangsamung in China, höhere Ölpreise und insbesondere die Beendigung der Handelsstreitigkeiten ausgehend von den USA erfordern. Diese Entwicklungen entsprechen zwar nicht unserem Basisszenario, sind aber dennoch keineswegs völlig unwahrscheinlich. Da die Finanzmärkte von der Finanzpolitik der neuen Regierung nicht überzeugt sind, dürfte das restriktivere monetäre Umfeld in Italien, der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone, die Konjunktur auch 2019 belasten. Andererseits sehen wir den Brexit nach wie vor, wenn überhaupt, als weitgehend vorübergehende Belastung für die britische Wirtschaft. Mit weiter steigenden Fed-Zinsen wird sich der US Konjunkturzyklus seinem Ende weiter nähern. Ein Rezessionsrisiko sehen wir derzeit nicht, was sich jedoch in der zweiten Jahreshälfte 2019 ändern könnte.