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742 Genossenschafter, drei Rekorde – und eine klare Ansage an die Politik

Das Linzer Design Center war am 5. Mai 2026 Schauplatz der größten Generalversammlung in der 153-jährigen Geschichte der Volkskredit Verwaltungsgenossenschaft. 742 stimmberechtigte Genossenschafter kamen zusammen – nicht nur, um die starke Bilanz der VKB-Bank zu feiern, sondern auch, um beim anschließenden Wirtschaftstalk eine klare Botschaft zu senden: Der Mittelstand braucht jetzt Taten statt Arbeitsgruppen.

Die gefüllte Halle des Linzer Design Centers

Rückblick-Video

Erstmals über 4 Milliarden Euro Bilanzsumme & Kapitalerhöhung

Generaldirektor Markus Auer präsentierte das Geschäftsjahr 2025 der VKB-Bank: Trotz der längsten Rezession der Nachkriegszeit durchbrach die VKB erstmals die Marke von 4 Milliarden Euro Bilanzsumme. Gleichzeitig stieg die harte Kernkapitalquote auf über 20 Prozent. „Diese historische Kapitalstärke sichert unsere Eigenständigkeit und gibt uns ein starkes Fundament für die weitere Expansion", so Auer.

Gleichzeitig beschloss die Volkskredit Verwaltungsgenossenschaft, das Grundkapital der VKB um 15 Millionen Euro auf 45 Millionen Euro zu erhöhen. Diese Stärkung der Eigenkapitalbasis ermöglicht es der Bank, weiter zu wachsen, mehr Kredite für den Mittelstand bereitzustellen und konsequent an ihrem Anspruch zu arbeiten: die beste eigenständige Bank für den unternehmerischen und privaten Mittelstand in Österreich zu werden.

Wirtschaftstalk: Was braucht der Mittelstand wirklich?

Im Anschluss diskutierten Wirtschaftskammer-Präsidentin Doris Hummer, WIFO-Direktor Gabriel Felbermayr und Markus Auer unter dem Motto „Handeln wir jetzt – was braucht der Mittelstand wirklich?".

Moderator Paul Eiselsberg, Markus Auer, Gabriel Felbermayr, Doris Hummer. Moderatorin Michaela Hoffmann
Moderator Paul Eiselsberg, Markus Auer, Gabriel Felbermayr, Doris Hummer. Moderatorin Michaela Hoffmann
Der Wirtschaftstalk

Felbermayr zur Konjunktur 

Für 2026 rechnet das WIFO mit 0,9 Prozent Wachstum – vorausgesetzt, die Iran-Krise entspannt sich. Die doppelte Herausforderung aus amerikanischer Zollpolitik und chinesischer Konkurrenz belaste besonders den Maschinenbau. „Aber der zyklische Aufwärtstrend ist da", betonte der Ökonom. „Wir haben eine starke Basis – jetzt brauchen wir Rahmenbedingungen, die das Investieren wieder attraktiv machen."

Hummer zur Stimmung

Die Wirtschaftskammer-Präsidentin berichtete von positiven Signalen im investiven Bereich. Nach drei Jahren Zurückhaltung kämen wieder Aufträge. „Wir haben heuer mehr Gründungen als im Vorjahr – junge Unternehmer wagen den Schritt", sagte Hummer. Ihr Appell: „Wir müssen zurück zur Mentalität, dass Erfolg außerhalb der Komfortzone passiert." Konkret forderte sie echte Entlastung bei Bürokratie und Lohnnebenkosten statt neuer Regulierung.

Auer zum Wirtschaftskreislauf

Der VKB-Generaldirektor machte deutlich: „Unsere eigenkapitalstarke, regional verankerte Bank ist insbesondere in Krisenzeiten wichtig für den Wirtschaftskreislauf." Sein Vorschlag: Bis Ende 2030 keine neuen Gesetze mehr – stattdessen bestehende vereinfachen und nicht mehr relevante abschaffen. Der Applaus aus dem Publikum war eindeutig.

Mut statt Bange machen

Felbermayr warnte vor zu viel Schwarzmalerei: „Die Substanz ist viel stärker, als die Statistik suggeriert. Wir dürfen wagen – gemeinsam wagen." Was fehle, sei eine klare Vision und eine glaubwürdige Reformagenda, die Unternehmern wieder Planbarkeit gibt. Hummer ergänzte: „Die vielen eigentümergeführten Familienbetriebe in Oberösterreich denken in Generationen – das ist unsere Stärke."

Der Mittelstand braucht keine neuen Arbeitsgruppen, sondern Mut, Zuversicht und schnelle Entscheidungen. Die VKB geht mit Rekordkapital und klarem regionalen Bekenntnis gestärkt in die Zukunft – und fordert von der Politik Rahmenbedingungen, die unternehmerisches Handeln wieder ermöglichen.

LT1-Bericht

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