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SECAR: Steirische Leichtbauteile für die Welt

02. Juli 2026 zur Blog-Übersicht

Ein Gespräch im Rahmen einer Kunststoffmesse in Deutschland markierte für Karl Heinz Semlitsch den Beginn einer internationalen Hightech-Karriere mit Aufträgen bis in die Formel 1. Seit Kurzem darf ihn die VKB auf diesem Weg begleiten. Im Blog-Artikel zeigen wir, wie.

Die stv. Bereichsdirektorin des VKB Corporate Finance Teams Romy Pleschke, SECAR-Chef Karl Heinz Semlitsch und Wolfgang Fankhauser, Vertriebsdirektor Steiermark
Die stv. Bereichsdirektorin des VKB Corporate Finance Teams Romy Pleschke, SECAR-Chef Karl-Heinz Semlitsch und Wolfgang Fankhauser, Vertriebsdirektor Steiermark

Wir schreiben das Jahr 1997. Der gelernte Werkzeugmacher Karl Heinz Semlitsch ist gerade einmal 26 Jahre alt, seit zwei Jahren Unternehmer … und ein guter Zuhörer. Am Rande einer Messe schnappt er Gesprächsfetzen auf. Es geht um ein ungelöstes Problem und er bietet seine Hilfe an. „Die haben mich skeptisch angeschaut und gemeint: Was hast du schon für eine Ahnung?", erinnert sich Semlitsch. Doch er hat Ahnung. Die Gesprächspartner sind leitende Mitarbeiter der Firma Arri (kurz für Arnold & Richter Cine Technik), des Weltmarktführers für Kameras in der Filmindustrie. Semlitsch löst für sie ein Problem, an dem die Münchner vorher schon zigmal gescheitert sind. Mit seinem damals siebenköpfigen Team entwickelt Semlitsch Filmkassetten für die Arricam-Kameras. Die Lösung der steirischen Firma wird damit Teil unzähliger Filme zwischen Hollywood und Bollywood.

Ehrlichkeit und Vertrauen sind die Grundlage jeder Zusammenarbeit, dafür kämpfe ich wie ein Löwe.

Diversifizieren als Erfolgsmotto

Heute steht sein Unternehmen Secar für hochspezialisierte Carbon- und Leichtbautechnologien in den verschiedensten Branchen. „Ich wollte nie in eine Abhängigkeit geraten, deshalb habe ich ganz bewusst diversifiziert." Während viele Zulieferer vor rund 20 Jahren voll auf den damaligen Carbon-Hype im Automotive-Sektor setzten, blieb Secar breit aufgestellt. Das Unternehmen entwickelte unter anderem Komponenten für die Medizintechnik, Hochregalsysteme, Gasmotoren oder den schnellsten Drucker der Welt. Besonders prägend war die Zusammenarbeit mit der Ottobock Gruppe, für die Secar an den ersten Carbon-Prothesen mitarbeitete. „Wir wollten immer nur dort tätig sein, wo Innovation und Technologie auf höchstem Niveau gefragt sind."

Schwere Herausforderungen, leichte Lösungen

Die waren auch in der Automobilindustrie gefragt, weshalb es nur eine Frage der Zeit war, bis Porsche, Mercedes-AMG und weitere deutsche Premiumhersteller auf die Steirer aufmerksam wurden. Es folgten Entwicklungsprojekte und Serienaufträge für Hochleistungsfahrzeuge und Supersportwagen. Das blieb auch dem deutschen Chemieriesen Evonik Industries nicht verborgen und der Konzern machte Semlitsch ein Angebot. „Wir gründeten ein Joint Venture, die LiteCon, wo wir die Werkstoff-Expertise von Evonik mit dem Entwicklungs-Know-how von Secar vereinten." 2016 gewann LiteCon den Innovationspreis in Paris, wenig später kamen Großaufträge von Audi. Mit der sogenannten „Triple F"-Technologie folgten Projekte für Porsche, BMW und Lamborghini. „Wir haben etwa für den BMW i8 die Türen gebaut, später kamen auch Aufträge von McLaren hinzu." Kunden, für die Semlitsch und sein Team mit vollem Herzblut Lösungen entwickelten. „Wenn ich irgendwo hineingehe, möchte ich der Beste sein", so sein Anspruch.

Karl Heinz Semlitsch
Er hat gesehen, dass wir uns besser um ihn kümmern und bestehende Finanzierungen stark optimieren können.

Formel 1: Secar fährt mit

Der Erfolgslauf stand auf der Kippe, als Evonik seine Strategie änderte. Semlitsch kaufte daher die LiteCon-Anteile zurück: „Das war das größte Risiko meines Lebens, doch schon sechs Monate später erreichten wir den Break-even. In den vergangenen drei Jahren haben wir den Umsatz verdreifacht." Die Eigenkapitalquote liegt bei über 50 Prozent. Heute beschäftigen Secar und LiteCon mehr als 125 Mitarbeiter, und sie sind für die Luftfahrt- sowie die Automobilindustrie zertifiziert. Für die nächsten Jahre wird weiteres Wachstum erwartet, unter anderem mit High-Performance-Teilen für die Formel 1. Möglich wurde das durch Eigenständigkeit, schnelle Entscheidungen und langfristige Partnerschaften. „Ehrlichkeit und Vertrauen sind die Grundlage jeder Zusammenarbeit, dafür kämpfe ich wie ein Löwe." Das gilt auch für die Partnerschaft mit der neuen Hausbank VKB.

Starkes Wachstum steht bevor

Schnell einig wurden sich Karl Heinz Semlitsch und das VKB-Tandem-Team um Wolfgang Fankhauser (Vertriebsdirektor Steiermark) und Rosemarie Pleschke (Bereichsdirektorin Stv. Corporate Finance Team). Die Bank punktete besonders mit ihrer Exportförderkompetenz. „Er hat gesehen, dass wir uns besser um ihn kümmern und bestehende Finanzierungen stark optimieren können", erzählt Förderexpertin Rosemarie Pleschke. Die VKB stellt nun Liquidität für das weitere Wachstum bereit, denn Secar und LiteCon haben viel vor. „Da die Unternehmen expandieren, steht aktuell die Finanzierung einer neuen Halle an." Dank der VKB-Tandem-Betreuung greifen die Betriebe aus Mürzzuschlag flexibel stets auf die passenden Experten zurück. Karl Heinz Semlitsch schätzt diesen Einsatz der Bank: „Herr Fankhauser geht über sein normales Pensum hinaus. Das mag ich, denn Stillstand ist für mich keine Option." Das Erfolgsrezept bleibt indes dasselbe wie vor fast 30 Jahren: Technische Probleme lösen, mutig entscheiden – und der Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu bleiben. Diese Philosophie teilen übrigens auch seine beiden Söhne, die ebenfalls im Unternehmen tätig sind.

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