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Willkommen in ├ľsterreich

In der Tabakfabrik, einem Linzer Dreh- und Angelpunkt der Fl├╝chtlingswelle 2015, sprach VKB-Generaldirektor Mag. Christoph Wurm mit dem ehemaligen Co-Fl├╝chtlingskoordinator Ferry Maier ├╝ber die ├Âsterreichische Fl├╝chtlingspolitik, sein Engagement und Buch zum Thema.

Expertengespr├Ąch
Co-Fl├╝chtlingskoordinator Ferry Maier (li.) und VKB-Generaldirektor Mag. Christoph Wurm sprachen in der Linzer Tabakfabrik ├╝ber Fl├╝chtlingspolitik. Foto: Hermann Wakolbinger
Expertengespr├Ąch 2
Co-Fl├╝chtlingskoordinator Ferry Maier (li.) und VKB-Generaldirektor Mag. Christoph Wurm sprachen in der Linzer Tabakfabrik ├╝ber Fl├╝chtlingspolitik. Foto: Hermann Wakolbinger
Expertengespr├Ąch 3
Die Journalisten nutzten die Gelegenheit, Ferry Maier Fragen zu stellen. Foto: Hermann Wakolbinger
Expertengespr├Ąch 4
Auch Franz Kehrer, MAS, Direktor der Caritas O├ľ, verfolgte das Gespr├Ąch interessiert. Foto: Hermann Wakolbinger

Thematisch passend zum ÔÇ×Karitativen November" der VKB-Bank wurde f├╝r das vierte Expertengespr├Ąch der Wiener Ferry Maier eingeladen. 2015 gestaltete er als Co-Fl├╝chtlingskoordinator die ├Âsterreichische Fl├╝chtlingspolitik aktiv mit und schrieb seine Erfahrungen im Buch ÔÇ×Willkommen in ├ľsterreichÔÇť nieder.

ÔÇ×Ich bin ein Fan unserer NGOsÔÇť

Der 27. August 2015 ist Ferry Maier noch lebhaft in Erinnerung. Als Co-Fl├╝chtlingskoordinator verschaffte er sich im Aufnahmezentrum Traiskirchen einen ersten Eindruck. Ausgerichtet f├╝r die Versorgung von 480 Menschen, waren tats├Ąchlich 5.000 Fl├╝chtlinge vor Ort. ÔÇ×Wir waren nicht darauf vorbereitetÔÇť, meint Ferry Maier. NGOs (Non Governmental Organisationen, Nichtregierungsorganisationen) wie Rotes Kreuz und Caritas erkannten den Ernst der Lage und handelten schnell. Zelte f├╝r die ├Ąrztliche Versorgung und Container mit sanit├Ąren Anlagen wurden aufgestellt. Auf die zweite Fl├╝chtlingswelle ab 5. September konnte vorbereitet reagiert werden. ÔÇ×Ich bin ein Fan unserer NGOs geworden, da sind Experten am Werk, die kompetent, engagiert und entscheidungsfreudig arbeiten. ├ťberw├Ąltigend war die Dankbarkeit der Fl├╝chtlinge, die zum ersten Mal auf ihrer Tour notwendige Versorgung erlebten. Der Gro├čteil von ihnen wollte nur weiterÔÇť, erinnert sich Ferry Maier. Insgesamt wurden rund 900.000 Fl├╝chtlinge von September bis Jahresende 2015 durch ├ľsterreich begleitet. Im Schnitt verbrachten sie 4-8 Tage in Aufnahmelagern, bevor ihre Reise weiterging. Bew├Ąltigt wurde dieser humanit├Ąre Einsatz zum gro├čen Teil durch die Arbeit der NGOs und eine Welle der Hilfsbereitschaft aus der Zivilbev├Âlkerung.

ÔÇ×Es braucht offenen Umgang bei IntegrationÔÇť

ÔÇ×Jetzt wird das gleiche Engagement gezeigt, wenn es um Integration gehtÔÇť, ist Ferry Maier erfreut. 2016 pr├Ąsentierte er mit Fl├╝chtlingskoordinator Christian Konrad die Ergebnisse einer Umfrage. 2/3 der 2100 B├╝rgermeister ├ľsterreichs haben Fl├╝chtlinge in ihren Gemeinden aufgenommen. 900 von ihnen waren befragt worden, wie willkommen Fl├╝chtlinge vor Ort sind. Es zeigte sich ein klares Bild: ├ťberall dort, wo es Kontakt zu Fl├╝chtlingen gibt, findet ein konstruktiver Umgang, Integration in der Gemeinde statt, w├Ąhrend B├╝rgermeister, die keine Fl├╝chtlinge aufgenommen haben, eine stark ablehnende Haltung einnehmen.  

Das Gelingen von Integration ist f├╝r Ferry Maier ein Wechselspiel: ÔÇ×Asylwerber m├╝ssen das Gef├╝hl haben, willkommen zu sein und sich einbringen zu k├Ânnen. In einigen Gemeinden k├Ânnen sie gemeinn├╝tzige Arbeiten leisten, am Bauhof oder bei der Pflege von Gr├╝nfl├Ąchen der Gemeinden helfenÔÇť.

In Zusammenhang mit der notwendigen Integration der Asylwerber streute Ferry Maier AMS-Chef Dr. Johannes Kopf Rosen. ÔÇ×Wenn er machen d├╝rfte, was er w├╝sste, h├Ątten wir weniger Probleme. Wir m├╝ssen weg von der B├╝rokratie, hin zum Tun. Es br├Ąuchte pro Bundesland einen Integrationsbeauftragten, der alles vor Ort koordiniertÔÇť, sieht Ferry Maier noch viel Handlungsbedarf, ÔÇ×Die wichtigen Themen sind Bildung, Arbeit und Wohnen. Es braucht einheitliche Deutschkurse, einen ordentlichen Umgang mit Asylwerbern und die ├ľffnung des Arbeitsmarktes f├╝r jene mit hoher BleibewahrscheinlichkeitÔÇť. Neben den noch notwendigen Schritten in ├ľsterreich wurden in einer abschlie├čenden Fragerunde auch weltweite Zusammenh├Ąnge und M├Âglichkeiten angesprochen.