Der Wald der letzten Abenteurer - wie die VKB den Wald Erlebnis Park Gosau ermöglichte
Müssen die letzten großen Kicks zwangsläufig gefährlich sein? „Nein", postuliert Günter Lechner – und gründete mit Unterstützung seines VKB-Kundenberaters einen Erlebnis- und Kletterpark in Gosau: ein Mix aus Nostalgie und Adrenalin.
Klick, klick, klick im Stakkato. Darf man Günter Lechner trotz lokalpatriotischer Parteilichkeit Glauben schenken, so wurde die Gosau mit der eisfunkelnden Kulisse des Dachstein-Gletschers schon von mehr Touristen fotografiert als der Pariser Eiffelturm. Und so machte es auch bei Lechner eines Tages ganz plötzlich klick: Warum nicht aus den fotografierenden Karawanen einen Kundenstock rekrutieren und genau dort ein Business begründen, wo alle auf dem Weg zum alpinen Postkartenmotiv zwingend vorbeimüssen? Und da Lechner – rein altersmäßig frischgebackene 60, aber rein optisch Typ zeitloser Skilehrer – laut Eigendefinition keiner ist, der nur redet und nix macht, ist er nun Chef und Gastgeber vom „Wald Erlebnis Park Gosau". „Es ging mir darum, eine sichere, zeitgemäße Plattform zu schaffen, um die unvergesslichen Erlebnisse meiner eigenen Kindheit wieder aufleben zu lassen", sagt er. Und da es ihm gelang, die Natur als Geschäftsmodell zu erschließen, ohne sie auch nur im Geringsten in Mitleidenschaft zu ziehen, war auch Christian Elmer, Filialleiter der VKB-Bad Ischl, sofort mit an Bord. Oder besser gesagt im Kletterpark. „Im gesamten Salzkammergut gab es bis dahin noch keinen so breit und vor allem hoch angelegten Abenteuerspielplatz." Und da er, Elmer, in seiner Zentrale sofort einen Experten für Regional- und Landesförderungen an der Hand hatte, war das Ding rasch durchkalkuliert – und realisiert. „Ich sah sofort: Wenn man seriös und professionell alle Möglichkeiten ausschöpft, muss die Idee funktionieren."

Ich wollte hier kein Disneyland errichten, das würde so ganz und gar nicht ins Salzkammergut passen.
Günter Lechner, Chef und Gastgeber vom „Wald Erlebnis Park Gosau"Hochfliegende Träume
Und Elmer sollte recht behalten – da auch Lechner lieferte. Oder besser gesagt konfigurierte: Wald-Kletterpark und Hochseilgarten, wahlweise und besonders für die Kleinen ganz nah am Boden oder hoch oben in den Baumwipfeln. Zwischen drei und 18 Metern Höhe warten die verschiedensten Routen und Parcours, Balance- und Mutproben inkludiert, Adrenalin-Kicks auf allen Levels. Plus: eine Jump-Station, von der es am Seil 17 Meter im freien Fall abwärtsgeht. „Das Gefühl danach, der Lohn für den Mut, bleibt unvergesslich", sagt Lechner. Tiefer Fall – aber eigentlich genau das Gegenteil: nämlich hochfliegende Träume. „Es ging mir darum, das, was ich in meiner eigenen Kindheit in der Gosau erlebte, auch den Kids von heute zu vermitteln und begreiflich zu machen", beschreibt Lechner sein Business-Modell der Herzlichkeit. Und holt zum großen „Es war einmal" aus: „Damals sind wir nach den Hausaufgaben jeden Tag raus, haben Felsen erklommen, sind bis in die Baumwipfel hineingeklettert und erst wieder runter und heim, wenn es dunkel wurde."

Kick ohne Risiko
Die unzähligen Risiken, die damit verbunden waren, nahm man damals ganz einfach in Kauf – ohne groß darüber nachzudenken, was passieren könnte: ein glitschiger, moosbedeckter Ast, ein zerbröckelnder Felsvorsprung, der nicht als Haltegriff taugt, eine unkoordinierte Bewegung. Doch all das kann Lechner, der Aktivator des Abenteuers, ganz kategorisch ausschließen. „Denn ich habe mich für das beste Sicherungssystem entschieden, das es derzeit am Markt gibt. Niemand kann sich irrtümlich aushängen, es gibt nur einen einzigen Karabiner, mit dem du verbunden bist und der dich gesichert durch das gesamte Wegsystem führt", beruhigt Lechner besorgte Eltern. „Ich wollte hier kein Disneyland errichten, das würde so ganz und gar nicht ins Salzkammergut passen." Wohl aber die Plattform für ein „modernes, zeitgemäßes Abenteuer", denn das sei so viel, viel mehr, als vor dem Computer zu sitzen und das Adrenalin durch virtuelle Abschüsse und Crashs anzuheizen. Denn die Natur, davon sind Lechner und sein „Banker" Elmer überzeugt, sei das beste Computerspiel. Und ja: Auch Selfie-Motive à la Gosau plus Dachstein fallen genug ab. „Mehr als vor dem Eiffelturm", sagt der Mann vom Wald-Park.