Kultur

Klangzauber in Stiftsmauern

14. August 2026 zur Blog-Übersicht

Die OÖ. Stiftskonzerte sind seit 53 Jahren ein wichtiger Bestandteil der heimischen Kulturlandschaft. Im Interview sprechen VKB-Vorstandsdirektor und Präsident der Stiftskonzerte Markus Forsthuber sowie Obfrau Christine Haiden über die besondere Atmosphäre des Festivals, seine Weiterentwicklung und darüber, was die Stiftskonzerte so einzigartig macht.

Markus Forsthuber und Christine Haiden im Marmorsaal
Markus Forsthuber und Christine Haiden im Marmorsaal

Herr Forsthuber, Sie sind seit einem Jahr Präsident der OÖ. Stiftskonzerte. Wie fällt Ihre erste Bilanz aus?

Markus Forsthuber: Die Bilanz lässt sich für mich auf zwei wesentliche Punkte bringen: Erstens sind die OÖ. Stiftskonzerte ein bedeutender Teil der kulturellen Identität Oberösterreichs. Zweitens sehe ich großes Zukunftspotenzial – die Entwicklung ist keineswegs abgeschlossen. Gerade in dieser strategischen Ausrichtung liegt die Chance, ein junges Publikum zu erreichen.

Was macht die Stiftskonzerte so besonders?

Christine Haiden: Die einzigartige Atmosphäre. Unsere Konzerte finden nicht in klassischen Konzertsälen statt, sondern in historischen Stiftsräumen – von Basiliken bis hin zu besonderen Orten wie dem Feigenhaus im Stift Kremsmünster. Diese Vielfalt an Spielstätten ist tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal.

Markus Forsthuber und Christine Haiden

Wie passt die „DNA" der Stiftskonzerte zur VKB?

Forsthuber: Sehr gut. Die Werte sind ähnlich: Regionalität, Verlässlichkeit und gleichzeitig Offenheit für Neues. Die VKB ist stark regional verwurzelt, agiert aber auch weltoffen – genau wie die Stiftskonzerte mit ihren Künstlern und ihrem Publikum.

Was motiviert die VKB zu ihrem kulturellen Engagement?

Forsthuber: Das hat viel mit unserem Werteverständnis zu tun. Kultur bringt Lebensqualität in die Region. Mit den Stiftskonzerten holen wir internationale Spitzenqualität nach Oberösterreich – und das zu leistbaren Preisen. Das stärkt den Standort und ist Teil unseres gesellschaftlichen Auftrags.

Ist es schwierig, internationale Künstler zu gewinnen?

Haiden: Wir haben den Vorteil eines ausgezeichneten Netzwerks und einer langen Tradition. Viele Künstler wissen, wer hier bereits aufgetreten ist, und schätzen das Niveau. Außerdem lieben sie diese Atmosphäre. In einem Stift aufzutreten, wo Anton Bruckner begraben ist, ist für viele etwas ganz Besonderes.

Die Kombination aus hochkarätiger Musik, einzigartigen Spielstätten und diesem besonderen Miteinander macht die Stiftskonzerte zu etwas ganz Eigenem.

Wie gelingt es, neue Zielgruppen zu erreichen?

Forsthuber: Wir sehen es als klare Verantwortung, auch jüngere Menschen für die Stiftskonzerte zu begeistern. Das zeigt sich bereits in unserem Programm und in verschiedenen Projekten – etwa in der gezielten Förderung junger Künstler oder in Formaten, die bewusst neue Zugänge zur klassischen Musik eröffnen. Dabei geht es uns darum, neben den großen klassischen Konzerten auch Raum für experimentellere Ansätze zu schaffen und so ein breiteres Publikum anzusprechen.

Welches Programm soll ein jüngeres Publikum ansprechen?

Haiden: Das gelingt durch neue Formate wie musikalische Rundgänge, bei denen verschiedene Räume eines Stiftes bespielt werden, oder durch Open-Air-Konzerte wie das Brass-Konzert im Stiftsgarten von St. Florian. Solche Formate eröffnen neue Perspektiven und schaffen niederschwellige Zugänge zur Musik.

Musik schafft Verbindung, eröffnet neue Perspektiven und spricht Menschen an.
Markus Forsthuber und Christine Haiden

Liegt Ihnen im Zusammenhang mit den Stiftskonzerten etwas besonders am Herzen?

Haiden: Uns ist es ein großes Anliegen, immer wieder neues Publikum für die Stiftskonzerte zu gewinnen und unterschiedliche Zugänge zur Musik zu schaffen. Dabei geht es uns auch darum, Berührungsängste abzubauen und zu zeigen, wie vielfältig klassische Musik sein kann. Musik schafft Verbindung, eröffnet neue Perspektiven und spricht Menschen auf einer sehr unmittelbaren Ebene an – genau diese Erfahrung möchten wir möglichst vielen Menschen ermöglichen.

Forsthuber: Ich möchte alle einladen, die Stiftskonzerte einmal selbst zu erleben. Wer einmal dort war, ist meist begeistert – oft hören wir von Besucherinnen und Besuchern, dass sie überrascht sind, wie intensiv dieses Erlebnis ist. Man muss sich einfach darauf einlassen und die besondere Atmosphäre wirken lassen. Die Kombination aus hochkarätiger Musik, einzigartigen Spielstätten und diesem besonderen Miteinander macht die Stiftskonzerte zu etwas ganz Eigenem. Ich bin überzeugt: Wer einmal Teil davon war, kommt gerne wieder und entdeckt jedes Jahr Neues – oft auch ganz persönliche Lieblingsmomente.

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