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„Bail-in“ – Was ist das?

„Bail-in“ bedeutet in etwa „einspringen“. Einfach ausgedrĂŒckt: Im Falle der Schieflage einer Bank soll nicht mehr der Staat bzw. der Steuerzahler fĂŒr den Verlust haften, sondern die GlĂ€ubiger bereits vor der Insolvenz zur Sanierung des Finanzinstitutes beitragen. Was heißt das fĂŒr mich als Kunde?

Mag. Christian Burger, CPM - Leiter Veranlagung
Mag. Christian Burger, CPM - Leiter Veranlagung

Christian Burger, Veranlagungsexperte der VKB-Bank, ist ĂŒberzeugt, dass sich Kunden in Zukunft genauer ĂŒber die Risiken beim Kauf von Bankanleihen im Klaren sein mĂŒssen. Entgegen der oft verbreiteten Meinung, dass Banken ohnedies auch in Zukunft vom Staat gerettet werden, wird es wieder wichtiger sein, die einfache Formel, „je höher der zu erwartende Veranlagungsertrag, umso höher das verbundene Risiko“, zu beherzigen.

Burger empfiehlt, sich an die Kundenberater der VKB zu wenden, diese informieren sehr genau, welche Chancen und Risiken mit den verschiedenen Anlageformen verbunden sind.

Konkret:
Ist eine Bank in Schieflage geraten, möglicherweise in seinem Bestand gefĂ€hrdet und kann zur Sicherstellung der FinanzstabilitĂ€t kein regulĂ€res Insolvenzverfahren durchgefĂŒhrt werden, kommt unter anderem das „Bankensanierungs- und abwicklungsgesetz (BaSAG)“ zur Anwendung. In diesem Gesetz ist auch die GlĂ€ubigerbeteiligung (eben das sogenannte „bail-in“) geregelt.

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Die Kaskade der GlÀubigerbeteiligung

Was bedeutet nun eigentlich „Tier“?
„Tier“ heißt „Rang“. Somit wird mittels dieser „Haftungskaskade“ die Rangreihenfolge beschrieben, wie die verschiedenen Finanzinstrumente eingestuft sind und in welcher Reihenfolge diese zur Sanierung einer Bank herangezogen werden. Der zu erwartende Ertrag lĂ€sst oftmals auch auf den Rang und das damit verbundene Risiko schließen.

Wie weiß ich welches Finanzinstrument in welchem Rang eingeordnet ist?
Tier-1-Instrumente: darunter fallen beispielsweise Aktien, Anteile an GmbHs und Genossenschaften.
Tier-2-Instrumente: zum Beispiel nachrangige Darlehen, nachrangige Inhaberschuldverschreibungen, sogenannte „Hybrid-Anleihen“ und „Nachranganleihen“.

Wichtig: Einlagen, die im Rahmen der Einlagensicherung geschĂŒtzt sind und besicherte Anleihen sind vom „bail-in“ ausgenommen.